Die Steinindustrie hatte hier, wie auch im übrigen Landkreis in den früheren Jahren eine vorrangige Bedeutung. Rund 380 Millionen Jahre zurück liegt die Entstehung eines der größten Granitmassive Mitteleuropas, welches unserer Heimat den typischen Mittelgebirgscharakter verliehen hat. Seit über 150 Jahren wird hier der grauweiße bis gelblich-weiße Lausitzer Granodiorit abgebaut. Eine Vielzahl von Steinbrüchen und Verarbeitungsstätten unterschiedlichster Größen und Profile geben der Landschaft ihr unverwechselbares Gepräge. Ihre traditionellen Erzeugnisse sind weit über die Grenzen Deutschlands und Europas geschätzt und begehrt.
Insgesamt waren auf Wiesaer Flur Ende des 19. Jahrhunderts neben dem 1870 erschlossenen Grünsteinbruch insgesamt 8 Granitsteinbrüche in Betrieb.
Dazu gehörten unter anderen:
- Kamenzer Granitwerk Georg Kaiser
(Steinbruch Grönland)
- Wiesaer Granitwerke Alwin Kühne
- Granitwerk Wilhelm Pufe & Co.
(Tiefer Bruch)
- Granitwerk H. Handrick & Co.
- Steinbruch Rogg 6 Co.
Von den anderen Steinbrüchen ist heute lediglich der sogenannte „Tiefe Bruch“ des früheren Granitwerks Wilhelm Pufe & Co. Königsbruck übrig geblieben. Als Werk III des ehemaligen VEB Granit- und Grünsteinwerke Kamenz erlebte auch der die wechselvolle Geschichte sozialistischer Planwirtschaft bis hin zur sozialen Marktwirtschaft.
Nach der Wende wurde dieser Betrieb von der Boral Resources GmbH, einem australischen Unternehmen, übernommen. Dieses wurde später durch die Haniel-Baustoffe Duisburg abgelöst.
Mit der Übernahme durch die Kamenzer Granitwerke unter Rolf Ziesche wird nunmehr durch ein bodenständiges Unternehmen dieser traditionsreiche Industriezweig unseres Heimatortes weitergeführt.
Möge der hier abgebaute und bearbeitete Granit auch in Zukunft weit über die Grenzen unseres Heimatortes hinaus dauerhaftes Zeugnis für das „Fleißige Völkchen, das werkt und schafft“ ablegen.
Aus „750 Jahre Wiesa“, Kamenz 1998
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